Tales Of Kid Crimson - Ausgabe 5

Aus Star Citizen Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Kidcrimson.jpg


Ich betrachte mich selbst nicht als eingebildete Person, aber es gibt eine Art Stolz, eine bestimmte Berechnung, wie dein Ruf sein sollte. Daher ist die Vorstellung, daß da draußen irgendein Abschaum deinen Namen benutzt, schlimm genug, aber in deinem Namen Kinder zu schnappen und in die Sklaverei zu verkaufen? Das bringt mich nahe an einen Blutrausch.

Beim Eintritt ins Terra System waren all meine Systemuhren gerade wieder neu eingestellt, als mich der Signalton eben dieses Ereignisses aus meinen Mord-Gedanken riß. Bei der momentanen Geschwindigkeit sollte ich Terra gegen Mitternacht Ortszeit erreichen. Beste Ausgehzeit.

Beim Annähern meldeten sich um die sechs Lande-Parks entlang meiner Flugbahn und begannen, um meine Aufmerksamkeit zu buhlen, jeder von ihnen immer billigere Tarife, schnellere Zollabfertigung usw. anbietend. Einer davon bot mir sogar geradeheraus an, einen Blick auf seine neueste Hehlerware zu werfen.

Ich übermittelte eine meiner dreckigeren ID-Kennungen. Diesen Typen konnte das gar nicht egal genug sein. Auf einem Planeten mit 23 Milliarden nehmen solche Leute die Kohle, von woher immer sie auch kommt.

„Alles klar Mr. Dulli, Sie sind gebucht. Danke, daß Sie Fisk Landing gewählt hab…“ ich schaltete aus und ging in den Sinkflug über.

Zehn Minuten später war ich auf der Straße. Regen prasselte über die Stadt aber das brachte die Menschen definitiv nicht dazu, drinnen zu bleiben. Eine Art Festival oder Rallye weiter drinnen im Stadtzentrum zog sie scharenweise nach draußen aber ich schlängelte mich durch den Strom glitschiger Regenmäntel einem der Clubs entgegen, von denen mir der Beinahe-Sklavenjunge erzählt hatte. Ich ließ den Türsteher hinter mir und tauchte ein in eine Wand aus Lärm.

Ich hätte Ohrstöpsel brauchen können. Keine Ahnung, wie diese Kids das aushalten. Man sagt ja, Jugend sei ein mächtiges Gegengift zum Leben als solchem. Ich weiß nur, daß es so etwas wie eine Jugend nicht gibt, wenn man als Zwölfjähriger verkauft wird, um auf irgendeiner rückständigen Welt Steine zu klopfen.

Die ersten beiden Clubs sahen beinahe identisch aus … und klangen auch so. Die Lichter waren verschiedenfarbig, schätze ich mal. Davon mal abgesehen, war es der gleiche Dunst aus Hoffnungslosigkeit und Flucht aus allem Möglichen. Booze brachte sie dazu, das Leben, das bei Tageslicht auf sie wartete zu vergessen. Sie tanzten, konsumierten und fummelten, als würden sie bald alles verlieren. Für die Unglücklichen, die die Aufmerksamkeit der Diebe oder Sklavenhändler auf sich zogen, schätzte ich, mochte das sogar zutreffen.

Ich streckte ein wenig die Fühler aus um zu sehen, wer darauf ansprach. Der Junge hatte gesagt, daß sein Dealer Neon verschacherte, aber wenn man so einen Club betrat, dann war entweder jeder schon auf Neon oder auf der Suche danach und unglücklicherweise hatte er mir außer einer recht groben Beschreibung seines Dealers Kendrick nichts weiter mitgegeben. Es dauerte also eine Weile. Nach ein paar Stunden wurde mir klar, daß irgend etwas an mir stinken mußte. Vielleicht dachten sie, daß ich ein Cop sei oder mein finsterer Blick sagte ihnen, daß ich nicht zum Vergnügen unterwegs war. Zweifellos, ich mußte meine Taktik ändern, also begann ich damit, Leute zu verfolgen, potentielle Ziele für Dealer. Es gibt ein paar Dinge, nach denen ein Hinterhof-Dealer Ausschau hält; Gefängnis- oder Jugendknast-Tatoos, schäbige Klamotten zwischen denen teurer (und gestohlener) Kram blitzt oder irgend etwas, das signalisiert, daß die Gesellschaft wohl auch sehr gut ohne dich auskommen würde.

Ich war einem Paar auf den Fersen, das definitiv auf der Jagd war. Sie trafen sich mit einem Typen, der zu der sehr groben Beschreibung des Jungen paßte. Das Mädchen war sichtbar nervös. Es dauerte fünfzehn Sekunden, bis das Leben wieder lustig wurde.

„Komm‘ schon Kendrick, gib mir heute den Stoff und du bekommst die Kohle morgen“, sagte der Kerl.

Du glaubst, ich bin dazu da, um dir den Abend zu retten? Ist es das?“ sagte Kendrick, während er das Paar mit einem Winken abwies. Doch dann bekam er einen besseren Blick auf das Mädchen und grinste. „Na ja, weißt du, vielleicht können wir uns ja einigen“.

Zur Hölle damit. Mit langen Schritten näherte ich mich der Gruppe. Sie waren so vom Licht angestrahlt, daß sie mich nicht sahen bis ich unmittelbar bei ihnen war.

„Verzieht euch Kinder, laßt die Erwachsenen miteinander reden.“ knurrte ich, den Blick fest auf Kendrick geheftet. Der Junge drehte sich um und machte einen Schritt auf mich zu.

„Wer zur Hölle bist du, Hinterwäldler?“ sagte der Kerl in der Art Selbstvertrauen, die einem ein Mädchen und ein paar Flaschen Alkohol geben.

„Wenn du nicht den Rest der Nacht in der nächsten MediStation verbringen willst, würde ich mich besser vom Acker machen. Jetzt!“ Das Mädchen war dazu da, dem Kerl etwas Gespür für Gefahr beizubringen und zog ihn schließlich weg. Kendrick glotzte mich an.

„Du suchst was zum Kaufen?“

„Nein. Ich hörte, du kennst Kid Crimson.“ Kendrick erstarrte.

„Ich ziehe von Zeit zu Zeit mit dem Typen herum. Na und?“

„Ich hätte Arbeit für ihn.“

„Tja, weißt du, da bekomme ich standardmäßig zehn Prozent Vermittlungsgebühr …“ Die Worte rutschten ihm mit einem weiteren Grinsen aus dem besoffenen Maul.

„Ich sag‘ dir was … du bringst uns beide zusammen und ich zahl‘ dir zwanzig.“

Zwei Stunden später befanden wir uns auf einem Lande-Park in der Nähe einer Brücke. Das begann jetzt, einen vertrauten Anschein zu bekommen. Wahrscheinlich dieselbe Stelle, an der der Junge geschnappt wurde. Kendrick nickte zu einem Stapel alter Kisten hinüber. Ich hörte Schritte.

Er mußte um die 18 gewesen sein, vielleicht 19. Lief als versuchte er, der Schwerkraft etwas entgegen setzen zu wollen. Selbst im dämmrigen Licht konnte ich die Spuren schwarzer Linien sehen, die seine Venen nachzogen. Also war er auch ein WiDoW-Konsument. Er zündete sich eine Stim an und nahm einen Zug.

„Ich hörte, du suchst nach Kid Crimson.“ Er blies einen Streifen Rauch in den Himmel.

Man wollte mich verarschen.

„Yeah.“ Ich hörte die Schritte zweier Männer, die hinter mir auftauchten. Eine Pistole begann, sich aufzuladen. Ich blickte hinter mich. Zwei schrankartige Vollidioten pumpten sich hinter mir auf. Der Nachgemachte vor mir grinste hämisch, so als sei ich nur ein Trottel, der tief in der Scheiße steckte.

„Tja, das ist heute nicht dein Tag … weil Kid Crimson nicht mit Verlierern verhandelt.“

„Lustig. Ich wollte gerade genau das gleiche sagen.“ Ich stieß einen Ellbogen nach hinten, erwischte den Kerl mit der Pistole genau an der Kehle. Ich schnappte mir sein Handgelenk, drehte es, bis es brach, während ich zeitgleich meine Pistole zog und dem Anderen eine Kugel durch die Brust jagte.

Ich trat dem Pistolenmann das Knie auseinander … schoß ihn über den Haufen und nahm seine Waffe auf. Kendrick erschoß ich als Nächsten … dann richtete ich die Läufe beider Waffen auf mein Möchtergern-Ich.

Er war erstarrt. Seine Stim war ihm aus der Klappe gefallen.

„Wer … sind Sie?“ schaffte er es, zu stammeln.

„Du darfst genau einmal raten …“

https://robertsspaceindustries.com/comm-link/spectrum-dispatch/12812-Tales-Of-Kid-Crimson-Issue-5

http://www.star-citizens.de/blog/22/entry-52-tales-of-kid-crimson-issue-5/

Übersetzung: Wizard

Zurück